Die Geschichte der DJK Betzdorf e.V.

1922 - 1934 - Die Jahre bis zum Verbot

Die Geburtsstunde der DJK Betzdorf reicht bis ins Jahr 1922 zurück.

Nach den kargen Kriegs- und Nachkriegsjahren erfasste die in Deutschland auflebende Sportbegeisterung breite Bevölkerungsschichten. Auch in den kath. Gesellenvereinen etablierten sich Sport treibende Abteilungen, die sich am 16. März 1920 unter der Führung von Carl Mosterts zur "Deutsche Jugendkraft - Reichsverband für Leibesübungen in katholischen Vereinen" zusammenschlossen.

Der Chronik der Kolpingfamilie Betzdorf ist zu entnehmen, dass sich die Turnabteilung bereits 1920 so stark entwickelt hatte, dass die vorhandenen Räumlichkeiten nicht mehr ausreichten, den Sport in der richtigen Weise zu pflegen. Es reifte der Entschluss, einen Sportplatz zu bauen und am 10.07.1920 wurde mit den Planierungsarbeiten begonnen. Dieser Sportplatz (gen. Kolpingplatz) war der Vorläufer des heutigen Stadions auf dem Bühl.

Wann die DJK Betzdorf faktisch gegründet wurde, ist nach derzeitigem Kenntnisstand nicht exakt bekannt. Sicher ist aber, dass 1922 die Turn- und Sportabteilung des kath. Gesellenvereins Betzdorf in die DJK Betzdorf überführt wurde.

Fußballer der DJK Betzdorf vor dem Tor in Richtung des heutigen Kolpingplatz.

Bereits 1921 haben Betzdorfer Sportler am 1. DJK-Reichstreffen in Düsseldorf teilgenommen und sich in die Siegerlisten im Turnen und in der Leichtathletik eingetragen. Im Turnen war dies: Franz Wolf (Betzdorf) – 2. Platz 10-Kampf, und als weitere Telnehmer ohne Nennung der Ergebnisse Herr Josef Ersfeld und Herr Güdelhöfer. In der Leichtathletik sind die Herren Franz Weger und Josef Ennenbach verzeichnet.

Die junge DJK Betzdorf bot ihren Mitgliedern vornehmlich Geräteturnen, Leichtathletik und Fußball zur körperlichen Ertüchtigung an.

1927 unterstützte die DJK Betzdorf unter ihrem Vorsitzenden Lehrer Göring die Gründung der DJK Bruche. Leider war diesem Verein kein langes Bestehen gegönnt. Im Zuge der Gleichschaltung des Sports durch die NSDAP beschloss der Verein 1934 in Sorge um die Selbstständigkeit die eigene Auflösung und überführte den Sportbetrieb in die noch bestehende DJK Betzdorf.

Wann genau auch die DJK Betzdorf das Verbot durch die herrschenden Nationalsozialisten erreichte, ist heute nicht bekannt.

Von der Wiedergründung 1959 bis 1962

Angeregt durch die großen Erfolge der DJK-Vereine in der Kreisgemeinschaft unter den Vorsitzenden Josef Molzberger und Albert Lück drängte 1959 auch die Jugend in Betzdorf auf eine Wiedergründung der DJK. Hier waren es vor allem Jugendliche unter Josef Lück, der von der DJK-Verein Rosenheim nach Betzdorf kam, die sich zu einer Tischtennis-Gruppe zusammengeschlossen hatten

Der spätere Vorsitzende Norbert Neuhaus spielt Tischtennis im Gasthof Priebe

Mit Unterstützung der DJK Herdorf luden die Initiatoren zu einer Werbe- und Wiedergründungsversammlung am 8. März 1959 in den Saal des Gasthauses zum Rathaus (Priebe) ein. Man hatte gute Vorarbeit geleistet. Hugo Schäfer bestimmte die Versammlung zum Vorsitzenden, der den jungen Verein bis zur 1. regulären Mitgliederversammlung führen sollte. In dieser Versammlung am 30.04.1959 stellte sich Dr. Paul Krumholz als 1. Vorsitzender und Kaplan Gerhard Wax als Geistlicher Beirat zur Verfügung. Zunächst begann man mit einer Tischtennis-Abteilung, die im Saale des Gasthauses zum Rathaus ihre Übungsstunden für Schüler, Schülerinnen, Jugend und Senioren abhielt. Bald standen dem jungen Verein auch die Turnhallen auf dem Molzberg und in der Marienschule zur Verfügung, so dass neben der gut florierenden Tischtennisabteilung auch Turn- und Leichtathletik-Abteilungen wiedergegründet werden konnten. Daneben lief die Frauen-Sportgemeinschaft als Abteilung der DJK Betzdorf sehr gut an.

1962 - 1972

Der Festzug zum 40-jährigen Jubiläum in der damaligen Poststrasse (heute Dezicer Strasse)

Im Jahre 1962 konnte die DJK Betzdorf ihr 40jähriges Gründungsfest in Verbindung mit den Ludwig-Wolker-Spielen der DJK-Kreisgemeinschaft Sieg-Westerwald feiern.

Das in städtisches Eigentum übergegangene Stadion sah damals erstmals nach dem verheerenden Krieg wieder Betzdorfer DJKIer mit ihren befreundeten DJK-Vereinen auf seiner Aschenbahn. Betzdorfs sportbegeisterte Bevölkerung erlebte ein glanzvoll ausgerichtetes Sportfest, das nicht zuletzt den jungen DJKIern weiteren Auftrieb für ihre mühevolle Arbeit an der Jugend und für die Jugend gab.

Ein Jahr zuvor hatte man sich schon mit einem großen Turnvergleichskampf zwischen den Turnern des belgischen Gastvereins "Willen is Kunnen" aus Temse gegen die Turner der DJK-Kreisgemeinschaft, ausgetragen im WOLFer-Saal in Betzdorf und einem Auftreten einer indischen Tanzgruppe an die Öffentlichkeit mit großem Erfolg gewagt.

Zahlreiche Zuschauer besuchten die Ludwig-Wolker-Spiele 1962 in Betzdorf und erlebten den "Bunten Rasen" des Sports auf schwarzer Asche.

So war es nicht erstaunlich, dass sich beim 40jährigen Gründungsfest 1962 ein überwältigender Festzug von der Siegstraße bis zum Stadion bewegte.

Alle Sportarten, Fußball, Turnen, Leichtathletik, Frauensport, Rhönrad, Schach, Tischtennis, Gymnastik, Schwimmen, Skilauf, Volkstanz, Singen und Wandern, aus der Kreisgemeinschaft der DJK-Vereine, waren mit ihren Symbolen und Sportgeräten im Festzug vertreten. Selbst die Schützenbruderschaften aus Schönstein, Gebhardshain, Mudersbach, Niederfischbach und Friesenhagen, die dem DJK Sportverband angeschlossen sind, waren mit ihren Fahnen und Fahnenschwenkern im Festzug. Die Stadtkapelle und die Spielmannszüge der DJK Herdorf und der DJK Selbach gaben dem Festzug zum Stadion den festlichen Rahmen. Neben den sportlichen Wettkämpfen im Stadion war der Höhepunkt des Festnachmittags der "Bunte Rasen" unter Leitung von Alfons Mockenhaupt von der DJK Herdorf.

Betzdorfer DJKlerinnen mit ihren Auszeichnungen während der Ludwig-Wolker-Spiele 1964 in Herdorf

Die Zahl der Mitglieder der DJK Betzdorf stieg von Jahr zu Jahr und damit auch die Abteilungen und Gruppen.

1972 bestanden neben der großen Kinderabteilung die Turnabteilungen und Gruppen für Jungen, Mädchen, Damen und Männer, die Gymnastikabteilung für Frauen, die Tischtennis-Abteilung mit ihren Jugend- und Seniorenmannschaften, die Leichtathletik- und die Rhönrad-Abteilung. Gleichzeitig war der Verein der Schwimmgemeinschaft Betzdorf-Kirchen beigetreten.

Die einmal gut angelaufene Jugendfußball-Abteilung musste leider im Jahre 1967 ihre Arbeit aufgeben, da keine Übungsleiter in ausreichender Zahl zur Verfügung standen.

Das im Jahre 1962 bei der 40jährigen Gründungsfeier gesteckte Ziel, die Betzdorfer DJK wieder auf ihre frühere Stärke - vor der Auflösung durch den Nationalsozialismus im Jahre 1933/34 - von 400 bis 450 Mitgliedern zu bringen, wurde in diesen 10 Jahren erreicht und längst überschritten. Auch die Leistungen der Sportler stiegen und die Abteilungen reihten Erfolg an Erfolg.

Eine der ersten Rhönradturnerinnen der DJK Betzdorf, Dorothea Höfer, bei einem Schauturnen 1968 in Decize/Frankreich

Die Tischtennis-Abteilung spielte 1972 in der Bezirksklasse. In den Übungsstunden in verschiedenen Hallen reichten ihre 10 Platten oft nicht aus, um dem Andrang gerecht zu werden.

Die Turnabteilung wie auch die noch junge Rhönradabteilung nahmen von Jahr zu Jahr an größeren Wettkämpfen auf Bezirks-, Landes- und Bundesebene teil. So wurde als schönster Erfolg 1968 die Teilnahme am Deutschen Turnfest in Berlin verbucht. Betzdorfs junge DJKler waren stolz, als Ingrid Schneider beim Einmarsch der Turnerfahnen Betzdorfs DJK-Banner in das Olympia-Stadion in Berlin tragen durfte. Hiltrud Scheurer und Aloysius Mester vertraten 1969 erstmals die Farben der DJK Betzdorf bei den Deutschen Rhönradmeisterschaften.

Hugo Schaefer mit seinem "Küchenpersonal" und angehenden Betreuern vor dem "Küchenhaus". Sitzend 2.v.l. Regina Hof

Bekannt und beliebt, das jährliche von der DJK Betzdorf ausgerichtete Ferien-Zeltlager in Dickendorf. Hier fanden seit 1962 jedes Jahr etwa 70 - 80 Jugendliche während der Sommerferien Gelegenheit, in schöner Natur das Lagerleben kennen zu lernen, betreut von besonders geschulten Betreuerinnen und Betreuern. Auch sei hier erwähnt, dass 3 Jahre lang eine Stadtranderholung mit großem Zuspruch für die daheim gebliebenen kleineren Kinder durchgeführt wurde.

Leider machte sich für die DJK nicht nur Platzmangel in den Sportstätten bemerkbar, sondern ihr fehlte in diesen Jahren auch ein Raum für gemeinsame Monatsversammlungen. Geselliges Beisammensein konnte so nur in kleineren Gruppen erfolgen. Als größere Veranstaltungen waren die jährlichen Nikolaus- bzw. Weihnachtsfeier und der Wandertag an Christi-Himmelfahrt fest im Jahreskalender verankert.

Bei der Nikolaus- bzw. Weihnachtsfeier wurden der Öffentlichkeit Ausschnitte aus der sportlichen Betätigung der Jugendlichen innerhalb des Vereins gezeigt. Am Wandertag war immer wieder festzustellen, wie im Verein "Jung und Alt" ausgezeichnet in guter Gesellschaft zusammenfand.

Nach nunmehr dreizehneinhalb Jahren nach Wiedergründung konnte die DJK Betzdorf stolz auf ihre geleistete Aufbauarbeit sein. 1972 bereits zählte die DJK Betzdorf mit zu den stärksten Vereinen der DJK-Kreisgemeinschaft und der Stadt Betzdorf.

Wie viel Mühe und Kleinarbeit der Aufbau dieses Vereins gekostet hatte, konnten nur diejenigen ermessen, die mitgeholfen hatten, den Verein zu dem werden zu lassen, was er 1972 war.

Die DJK Betzdorf bot ihren Mitgliedern während des ganzen Jahres im wahrsten Sinne des Wortes "für jeden etwas". Es verging, kaum ein Wochenende, an dem nicht Betzdorfs DJKler unterwegs waren. Teilnahme an Lehrgängen, Besuche von Veranstaltungen, kleine und große Fahrten u.v.m. standen auf dem Programm. Auch am gegenseitige Besuch der Sportjugend Betzdorf mit der Sportjugend der französischen Partnerstadt Dezice beteiligten sich die DJK Sportgruppen, u.a. Tischtennis und Rhönradturnen.

1972 - 1982

Mit den achtziger Jahren begann für die DJK Betzdorf, nachdem sie im vergangenen Jahrzehnt sowohl sportlich Fuß gefasst als auch im Vereinsgefüge von Stadt- und Verbandsgemeinde etabliert hatte, die sportliche Aufbauarbeit. Geprägt und quasi beflügelt durch einige neue Abteilungen wuchs der an sich noch junge Verein von 310 Mitgliedern Anfang 1972 auf stattliche 549 Mitglieder zum Jahreswechsel 1982/1983.

Die olympischen Spiele 1972 in München brachten in Deutschland dem Volleyballsport eine immense Popularität und viele neue Volleyballvereine. Diesem Trend konnte und wollte sich auch die DJK Betzdorf nicht verschließen. Anfänglich montags abends im Anschluss an die Turnstunde gespielt, reizte irgendwann der sportliche Vergleich mit anderen Volleyballvereinen. Schnell fand sich ein fester Kreis von Spielern zusammen und im April 1974 wurde aus dem Turnspiel Volleyball unter der Leitung von Heinz Flügel eine eigene Abteilung. Am 26.10. des gleichen Jahres nahm sie in der Bezirksklasse Westerwald den Spielbetrieb auf.

Heinz Flügel trainiert 1982 die Volleyballdamen, welche sich im Jahr darauf bis in die Oberliga hochspielen konnten.

Nach einer kurzen Episode als VSG (Volleyballspielgemeinschaft) Betzdorf , gebildet aus Spielern des BTV 1881 und der DJK Betzdorf, stießen zum 01.06.1976 alle Spieler des TV zur DJK Betzdorf und fortan wurde Volleyball nur noch unter dem Namen der DJK gespielt.

 

In den folgenden Jahren wuchs die Volleyballabteilung mit den sich einstellenden Erfolgen auf mehr als 70 Spielerinnen und Spieler, die in 2 Herren-, einer Damen- und mindestens 2 Jugendmannschaften aktiv am offiziellen Spielbetrieb beteiligten. Viele Erfolge stellten sich in der Folgezeit ein. Die Aufstiege der 1. Herrenmannschaft 1978 in die Verbandsliga und der 1. Damenmannschaft 1981 in die Rheinland-Pfalz-Liga bildeten den vorläufigen Höhepunkt der immer noch jungen Abteilung. Deutlich war dabei die Handschrift von Trainer und Abteilungsleiter Heinz Flügel zu spüren.

Die Aktiven der Schwimmvereinigung um 1973. Links Anneliese Ketzer sowie hinten links die sportliche Leiterin Sigrid Weidner

Im Oktober 1972 wurde auf dem Molzberg-Alexander das Hallenbad Betzdorf-Kirchen eröffnet. Um Schwimmen als Wettkampfsport in der Region auf- und auszubauen und um selbst Wettkampf-Veranstaltungen durchzuführen zu können, bildeten die Vereine TV Betzdorf 1881, SG 06 Betzdorf und DJK Betzdorf sowie der VfL Herkersdorf eine gemeinsame Schwimmabteilung. Maßgebend beteiligt an diesem Zusammenschluss zur Schwimmvereinigung Betzdorf-Kirchen war der damalige Kreissportbeauftragte Heinrich Leis.

Die Vereinsvertreter trafen sich am 26. 6.1972 zur Gründungsversammlung, bestätigten die 23 Punkte umfassende Satzung und wählten folgenden Vorstand:

1. Vorsitzender: Josef Werthebach, DJK Betzdorf,
Geschäftsführer: Erwin Thiel, SG 06 Betzdorf,
Sportlicher Leiter: Sigrid Weidner BTV 1881.

In den darauf folgenden Jahren konnte die SV B-K eine starke Aufwärtsentwicklung verzeichnen und so stellten sich auf Kreis- und Bezirksebene schnell beachtliche Erfolge ein. Bereits 10 Jahre nach der Gründung verzeichnete der Schwimmverband Rheinland in seinen Bestenlisten Namen heimischer Schwimmerinnen und Schwimmer aus der Schwimmvereinigung Betzdorf-Kirchen.

 

Schon früh erkannte die DJK Betzdorf die älter werdende Gesellschaft als sportliches Potential, dem gleichzeitig die notwendigen Angebote fehlten. Im Zuge der vorolympischen Trimm-Dich-durch-Sport-Bewegung etablierte sich unter der anfänglichen Leitung von Bruno Röttgen 1972 die Abteilung „Sportart 2. Weg“ zunächst als reine Männerabteilung. Nach guter Anfangsphase sanken aber nach rd. 5 Jahren die Teilnehmerzahlen und so wurden 1977 die Ehefrauen zum Mitmachen animiert, mit Erfolg!

 

DJK Bundesmeisterschaften 1982 im Sportkegeln. Martin Bähner startet im Einzelwettbewerb. Im Hintergrund: Arthur Freund (DJK Herdorf)

Die Kegelabteilung ging im Jahr 1973 wie die Volleyballabteilung ein Jahr später aus Kreisen der Turnabteilung hervor. Zu dieser Zeit beschlossen einige Sportkameraden, die sich bis dato schon gesellschaftlich mit der "Kegelei" beschäftigt hatten, unter Leitung von Wolfgang Nauroth ihr privates Vergnügen in sportlich geregelten Bahnen zu lenken.

Mit den üblichen Anfangsschwierigkeiten ging die junge Abteilung am 1.9.1973 als "Club" im Verein DJK Herdorf in den offiziellen Spielbetrieb. Die Zugehörigkeit zur DJK Herdorf war aus DKB-rechtlichen Gründen erforderlich.

Zur Saison 1974 schon konnte die junge Abteilung eine Damenmannschaft in den Spielbetrieb schicken. Diese musste allerdings nach Ablauf ihrer 2. Spielzeit ihre Aktivitäten wieder einstellen. Übrig blieb der alte Keglerstamm aus dem Gründerjahr. Im  gleichen Jahr 1976 feierte die Mannschaft dann ihren 1. Aufstieg. Leider währte dieser Höhenflug aber auch nur 1 Jahr, so dass man sich Ende 1977 in der alten Spielklasse wieder fand.

Zur sportlichen Krise kam im Jahr 1977 auch noch eine personelle, da durch DKB-Beschluss die Mannschaftsstärke von 5 auf 6 Spieler erhöht wurde.

Aus dieser etwas prekären Situation wurde die Abteilung durch einen Trainingstagwechsel erlöst. Die Abteilung nahm von nun an einen raschen Aufschwung. Zum Spieljahr 1979 wurden erstmals 2 Herrenmannschaften gemeldet, von denen die 1. Mannschaft erneut den Aufstieg in die Bezirksliga schaffte.

Am 1. 1. 1980 löste sich die Abteilung von der DJK Herdorf und nun wurde die DJK Betzdorf mit der Sportkegelabteilung selbständiger Verein im DKB. Durch diesen Schritt konnte das sportliche Angebot erheblich erweitert werden. Den gesteigerten Aktivitäten in der Abteilung folgte rechtzeitig zum 60. Vereinsjubiläum der bis dato größte sportliche Erfolg; die 1. Mannschaft schaffte nach einer äußerst spannenden Saison den Aufstieg in die Gauliga.

 

1982 - 1992

Die DJK Betzdorf war seit der Wiedergründung 1959 mehr und mehr zu einer festen Größe im Betzdorfer Sport geworden. Zwar hatten die vermeintlich alteingesessenen Vereine immer noch das sportpolitische Übergewicht, die Mitgliederzahlen hatten sich Anfang der 80er Jahre aber schon stark angenähert und dieser Trend sollte sich in den folgenden 10 Jahren weiter fortsetzen.

Der Vorstand um den Vorsitzenden Herbert Bähner (sitzend 1. Reihe) gratuliert zu 20 Jahren Frauengymnastik und 10 Leitung durch Anneliese Ketzer (2. Reihe Mitte). Rechts stehen v.o. Bernd Schlosser, Michael Werthebach, Heinz Neuhaus

466 Mitglieder zählte die DJK Betzdorf zu Beginn des Jahres 1982, also 60 Jahre nach Gründung und 23 Jahre nach Wiedergründung des Vereins. Das waren annähernd so viele wie zur Zeit des Verbots 1934.

Ca. 10 Prozent der rund 500 DJK-Mitglieder waren aktive Frauen, die um Übungsleiterin Anneliese Ketzer herum, die die Gruppe 1973 übernommen hatte, Woche für Woche die Sporthalle der Marienschule bevölkerten. Im Sommer 1983 feierte die Gruppe ihr 20-jähriges Bestehen und war damit eine der ältesten Abteilungen seit der Wiedergründung. Übrigens, als die Gruppe 1963 gegründet wurde war Frauengymnastik noch lange keine Selbstverständlichkeit.

In den folgenden 10 Jahren sollte sich diese Zahl auch noch einmal verdoppeln und das hatte seine Gründe vornehmlich in der weiteren Ausrichtung auf den Leistungssport. Insbesondere die Leichtathletik um Trainer Klaus Ermert hat diese 10 Jahre mit geprägt.

Im Spätherbst des Jahres 1982 suchte Klaus Ermert das Gespräch mit den Verantwortlichen der DJK Betzdorf, da sich die von ihm geführten Leichtathleten neben dem domminierenden Fußball in der SG 06 Betzdorf nicht mehr wohl fühlten und ein störungsfreies Training nicht mehr gewährleistet schien. Die führenden Vereinsvertreter von DJK und SG 06 setzten sich daraufhin zusammen und verständigten sich einvernehmlich auf einen Wechsel der  gesamten Leichtathletikabteilung zum Wechselzeitraum 1982/83 in die DJK Betzdorf e.V.. Gleichzeitig trat die DJK Betzdorf der LG Sieg bei.

Stefan Schütz im Trikot der Nationalmannschaft

Die Leichtathletik ist es auch, die in der ersten Hälfte der 80er Jahre die Aufmerksamkeit der breiten Öffentlichkeit auf die DJK Betzdorf lenkt. Zum einen geht der Stern von Stefan Schütz ab 1983 mehr und mehr auf, zum anderen tritt die DJK Betzdorf mit 6 Cityläufen in der Betzdorfer Innenstadt zunehmend ins Rampenlicht. Zeitweise wollten mehr als 6000 Besucher internationale Spitzenathleten in Betzdorf laufen sehen. U.a. am Start waren der Weltmeister über 3000m Hindernis Patriz Ilg, der Schweizer Olympiavize Markus Ryffel, der 10fache Deutsche Meister Willi Wülbeck sowie die Langstreckler Herbert Steffny und Charlotte Teske.

 

Ende der 80er Jahre gehört der Betzdorfer Stefan Schütz zu den TOP-Sprintern in Deutschland und so freut sich der Verein besonders, dass mit ihm der erste Betzdorfer DJKler 1988 eine Berufung ins Deutsche Olympiateam in Seoul erhält. Stefan ist nominiert für die 4x100 m Staffel. Als, nach Expertenmeinung, bester Kurvenläufer eigentlich prädestiniert für einen Einsatz in der Olympiastaffel hofft man in Betzdorf auch darauf. Leider entscheidet sich in Seoul der Bundestrainer für die eingelaufene Staffel aus Wattenscheid und so bleibt Stefan nur die Rolle des Ersatzläufers.

 

Deutscher Jugendmeister 1990 über die 400m - Sascha von Weschpfennig links.

Neben Stefan Schütz bringt die Trainingsgruppe um Klaus Ermert einen weiteren TOP-Athleten hervor. Bei den Deutschen-Jugendmeisterschaften 1989 in Heilbronn gewinnt Sascha-von-Weschpfennig in der Zeit von 47,17 sec den Tittel üb die 400m. Im Jahr darauf wählt in der DJK Bundesverband dafür zum DJK-Sportler des Jahres.

Ebenfalls im Jahr 1990 wirbelt der politische Umbruch in Deutschland die Sportwelt durcheinander. In diesem Zug wechselt die Schweriner Langstrecklerin  Birgit Jerschabeck zur DJK Betzdorf und wird 1992 zur 2. Olympiateilnehmerin des Vereins.
Sie startet  in Barcelona im Marathonlauf der Frauen und schließt das Rennen auf Platz 15 ab. Ihre Zeit: 2:42,45 Stunden.

 

Wilfried Reifenröther verfolgt den Vergleichskampf beim Gegenbesuch am Steuerpult der Kegelanlage der BSG Traktor Rockau

Apropos politischer Umbruch, als sich 1990 die internen deutschen Grenzen mehr und mehr öffnen kommt es zur ersten und einzigen deutsch-deutschen Sportbegegnung in Betzdorf. Sportkegler aus Wetzdorf (DDR), die der BSG Traktor Rockau angehören treffen sich mit den Sportkeglern der DJK Betzdorf zu einem überaus emotionalen Vergleichskampf. Der Gegenbesuch erfolgte wenige Tage vor der  Wiedervereinigung in Thüringen und verläuft ebenso emotional.

 

 

Der gesammte Stamm im Lager am Elbbachgrund

 

Was Hugo Schäfer seinerzeit Anfang der 60er Jahre ins Leben gerufen hat und was bis Mitte der 70er fester Bestandteil der DJK-Arbeit war greift 1985 Aloysius Mester wieder auf, das DJK Ferienlager in Molzhain Dickendorf. Die Freizeit wird für 18 Jahre wieder fest im Vereinsleben verankert sein. Waren es 1986 26 Kinder die an der Freizeit teilnahmen, war die Freizeit schon 2 Jahre später auf Dauer ausgebucht. Mehr als 50 Kindern wurde so Jahr für Jahr eine abwechslungsreiche Ferienwoche beschert, in der viele Freundschaften geschlossen wurden. Von 1989 stand die Freizeit auch immer unter einem Motto.: Zirkus, Mittelalter, Lebensraum Wasser aber auch mehrere „Reisen um die Welt“ mit vielen internationalen Gästen.Die Freizeit hatte einen solch guten Ruf, dass sogar der regionale Fernsehsender aufmerksam wurde und die Indianerfreizeit 1993 besuchte.

 

Sitzungspräsident Aloysius Mester führt 1985 die Polonaise, gefolgt vom 1. Kinderprinzenpaar Thomas I. (Ketzer) und Lieblichkeit Simone I. (Göldner)

Ebenfalls fest im Terminkalender der außersportlichen Jugendarbeit befand sich der Kinderkarneval.

Anneliese Ketzer war es, die mit ihren Gymnastikfrauen 1975 den Kindern in Betzdorf eine eigene Karnevalsveranstaltung anbot, anfangs im Saal des Adolph-Kolping-Pfarrzentrums. 1985, zum 10jährigen, folgte der Wechsel in die neu erbaute Stadthalle, die bis zu 1200 Besuchern Platz bot. Phasenweise, insbesondere Ende der 80er Jahre wurde dieses Kontingent auch ausgeschöpft. Von dem überwältigenden Zuspruch des Hallenkarnevals angespornt wünschte sich die Aktionsgemeinschaft in Betzdorf einen eigenen Karnevalsumzug. Am 07.02.1989 war es soweit und erstmals gestalteten rund 200 kleine Narren mit unserem Kinderprinzenpaar in ihrer Mitte einen Karnevalsumzug durch Betzdorf. (leider blieb es bei dieser Einmaligkeit.)

Die Aramis-Showband 1982 im Wolferhaus

Auch der DJK-Sportlerball, der ursprünglich seine Heimat im Saal der „Wolfer-Hauses“ hatte, wechselte mit Eröffnung der Stadthalle seinen Austragungsort. Leider waren dieser gesellschaftlichen Veranstaltung nur noch vielleicht 10 – 12 Jahre gegönnt. Der gesellschaftliche Wandel ließ immer weniger Tanzfreudige die Veranstaltung besuchen. Da nutzte es auch nichts, dass später alle Betzdorfer Sportvereine als Mitveranstalter ins Boot geholt wurden.

 

Zurück zum Sport. Neben den erfolgreichen Leichtathleten machten die Handballer der DJK Betzdorf Ende der 80er Jahre immer mehr von sich reden. 1988 gelingt nach jahrelangem Ringen der erste Aufstieg in die 2. Kreisklasse, dem sich 1990 der Aufstieg in die 1. Kreisklasse und 1992, unter Trainer Uwe Elfers der 3. Aufstieg in die Bezirksliga anschloss. 

Highlight in den auslaufenden 80er Jahren war am 13.02.89 ein Freundschaftsspiel gegen den Jugoslawischen Erstligisten Partizan Belgrad. Die DJK verlor dieses Spiel mit 16 : 41 Toren.

Neben den etablierten Sportarten versucht die DJK Betzdorf auch, sich neuen Sportfeldern zu öffnen und moderne Sportarten in ihr Portfolio zu übernehmen. So kam es Ende der 80er Jahre auf Wunsch des Hallenbetreibers auch zur Gründung einer Squash-Abteilung. Leider war dieser Abteilung nur eine kurze Existenz beschert. Schon nach wenigen Monaten musste die Abteilung wieder geschlossen werden.

Heinz Neuhaus (rechts) zusammen mit den Handballverantwortlichen (v.r. Karl Suberg, Uli Groß und Uwe Elfers) im Januar 1992

Der Aufschwung, den die DJK Betzdorf in den Jahren zwischen 1982 und 1992 nahm  war eng mit einem Namen verbunden – Heinz Neuhaus. Der Betzdorfer Komunalpolitiker und spätere Landtagsabgeordnete übernahm 1985 den Vorsitz der DJK aus den Händen von Rektor Herbert Bähner und formte gemeinsam mit seinen Mitstreitern im Vorstand einen modernen, leistungsorientierten Sportverein. Viele Veränderungen und Weiterentwicklungen gehen auf seine Initiative zurück und manches ist auf den Weg gebracht als das Jahr 1992 mit einem Paukenschlag endet.

Auf der Rückfahrt von Köln verstirbt Heinz Neuhaus völlig unerwartet einen Tag vor seinem 47. Geburtstag.

 

... wird fortgesetzt